Saving the Planet Through Environmental Protection Efforts, A green soccer ball with a recycling symbol rests on grass, symbolizing sustainability in sports
Bild: Adobe Stock / Passakorn
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Nachhaltigkeit als Pflichtspiel – Wie Österreichs Bundesliga Verantwortung übernimmt

Fußball bewegt, begeistert und verbindet – doch heute geht es im Stadion längst um mehr als um Tore oder Tabellenplätze. Hinter den Kulissen hat sich eine leise, aber entscheidende Veränderung vollzogen: Österreichs Bundesliga hat Nachhaltigkeit zur Pflicht gemacht. Während die Fans auf dem Rasen mitfiebern, läuft im Hintergrund ein weiteres Match – jenes um den Schutz unserer Umwelt und eine lebenswerte Zukunft.

Nachhaltigkeit wird Teil der Spielregeln

Seit Ende 2022 ist klar: Wer in Österreichs Bundesliga oder 2. Liga antreten will, muss auch beim Thema Nachhaltigkeit punkten. Die Liga hat Umwelt- und Sozialkriterien fest in ihre Lizenzbestimmungen aufgenommen – als sogenanntes B-Kriterium. Damit ist seit der Saison 2023/24 vorgeschrieben, dass jeder Klub konkrete Maßnahmen setzen muss, um seine ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen zu verbessern. Untätigkeit bleibt nicht folgenlos: Wer keine Fortschritte zeigt, riskiert Konsequenzen.

Was früher als freiwilliges Engagement galt, ist damit zur Voraussetzung für die Spielberechtigung geworden. Zwar stehen noch nicht in allen Bereichen verbindliche Grenzwerte fest, doch der Weg ist klar vorgezeichnet – Nachhaltigkeit gehört künftig genauso zur Vereinsstrategie wie sportliche oder wirtschaftliche Planung.

Zwei Ligen, ein gemeinsames Ziel

Die Nachhaltigkeitslizenzierung gilt in beiden höchsten Spielklassen Österreichs. Damit ist Nachhaltigkeit nicht länger ein Randthema, sondern fester Bestandteil des professionellen Ligabetriebs. Neben Finanzen und Infrastruktur zählen nun auch ökologische und soziale Faktoren zur Gesamtbewertung eines Vereins.

Die Bundesliga verfolgt dabei einen umfassenden Ansatz: Sie hat gemeinsame Standards und Austauschformate geschaffen, um den Klubs bei der Umsetzung zu helfen. Österreich nimmt mit diesem Schritt eine Vorreiterrolle in Europa ein – hier wird nicht erst über Nachhaltigkeit gesprochen, sondern sie wird aktiv gelebt und überprüft.

Vom Konzept zur gelebten Praxis

Viele Vereine haben den Wandel bereits eingeläutet. Einige setzen auf langfristige Nachhaltigkeitsstrategien – etwa der SK Rapid Wien, der im Rahmen des klimaaktiv-Pakts seine Treibhausgasemissionen bis 2030 deutlich senken will. Andere, wie der LASK oder die Austria Wien, berücksichtigen beim Stadionbau und in der Infrastruktur erneuerbare Energien, Photovoltaik und moderne LED-Technik.

Auch in Bereichen wie Mobilität, Energieeinsparung, Abfallvermeidung und Wassermanagement zeigen sich große Fortschritte. Laut dem Geschäftsbericht der Bundesliga wurden insgesamt 13 Handlungsfelder definiert, in denen alle Klubs gezielt an Verbesserungen arbeiten – von Ressourcenschonung bis hin zu nachhaltiger Organisation.

Ein besonders sichtbares Beispiel liefert die Wiener Austria mit der 2018 eröffneten Generali-Arena, dem ersten nachhaltigen Stadion des Landes. Unter dem Leitsatz „Violett ist mehr“ hat der Verein ökologische Verantwortung fest in seiner Identität verankert und zeigt, dass Nachhaltigkeit und Spitzensport kein Widerspruch sind.

Warum Österreich europaweit vorangeht

Der österreichische Fußball geht einen Schritt, den viele andere Ligen erst planen. Durch die verpflichtende Lizenzierung wird Nachhaltigkeit nicht mehr als Zusatz, sondern als Wettbewerbsfaktor verstanden.

  • Verbindlichkeit statt Freiwilligkeit: Umwelt- und Sozialstandards sind Teil der offiziellen Bewertung.
  • Ganzheitlicher Ansatz: Nicht nur Energie oder Müll stehen im Fokus, sondern auch Organisation, Strategie und Kommunikation.
  • Transparenz und Weiterentwicklung: Die Liga setzt auf kontinuierliche Verbesserung statt starrer Vorgaben.
  • Gesellschaftliche Verantwortung: Fußballvereine haben Vorbildwirkung – sie zeigen, wie ökologische und soziale Verantwortung gelebt werden kann.

Damit macht Österreich vor, dass sportlicher Erfolg und nachhaltiges Handeln keine Gegensätze sind, sondern einander ergänzen.

Zukunft mit Weitblick

Noch ist nicht alles erreicht: Manche Vereine stehen am Anfang ihrer Nachhaltigkeitsstrategie, einheitliche Messgrößen und Monitoring-Systeme werden derzeit entwickelt. Doch der Trend ist eindeutig – der Fußball hat erkannt, dass nachhaltiges Handeln langfristig Stabilität, Glaubwürdigkeit und neue Chancen bringt.

Nachhaltige Infrastruktur senkt Betriebskosten, stärkt das Image und öffnet Türen zu neuen Partnerschaften. Gleichzeitig positioniert sich die Bundesliga als Vorbild für den europäischen Profisport – ein Signal, das über Österreich hinaus Wirkung zeigt.

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