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Fit für den Klimawandel – Wie Sportstätten für die Zukunft gerüstet werden

Die Sommer der letzten Jahre haben es vielen Vereinen einmal mehr deutlich vor Augen geführt: Überschwemmte Tennisplätze nach Starkregen, gesperrte Kunstrasenfelder wegen gefährlicher Hitze, ausgedörrte Naturrasenplätze nach wochenlanger Trockenheit. Was früher als seltene Ausnahme galt, wird durch den Klimawandel zur wiederkehrenden Realität. Sportstätten, die heute gebaut oder saniert werden, müssen für eine Zukunft ausgelegt sein, die sich von der Vergangenheit grundlegend unterscheidet.

Klimawandel trifft den Sport direkt

 Sportanlagen sind von den Folgen des Klimawandels besonders unmittelbar betroffen. Hitzeextreme machen Training und Wettkampf im Freien gefährlich, vor allem für Kinder und ältere Sportler:innen. Starkregen und Hochwasser überfordern veraltete Entwässerungssysteme und führen zu tagelangen Sperren. Trockenperioden lassen Naturrasen vertrocknen und treiben den Wasserverbrauch in die Höhe. Und Frost-Tau-Wechsel setzen Belägen, Gebäuden und Infrastruktur zu.

Klimaanpassung bedeutet deshalb nicht, auf ein fernes Zukunftsproblem zu reagieren – sie ist eine dringende Gegenwartsaufgabe. Vereine, die jetzt handeln, schützen ihre Infrastruktur, sichern den Spielbetrieb und sparen langfristig Kosten.

Kühlung durch Grün: Bäume, Begrünung und Schatten

Eine der wirkungsvollsten und gleichzeitig günstigsten Maßnahmen ist die Begrünung des Vereinsgeländes. Bäume und Sträucher spenden Schatten, kühlen die Umgebungsluft durch Verdunstung und schützen vor Wind. Gerade an Tribünen, Eingangsbereichen und Aufwärmzonen können Bäume die gefühlte Temperatur erheblich senken.

Auch Dach- und Fassadenbegrünungen haben sich bewährt: Sie isolieren Gebäude im Sommer wie im Winter, halten Regenwasser zurück und schaffen gleichzeitig Lebensraum für Insekten. Sonnenschutzstrukturen wie Pergolen oder Segel über Sitzbereich und Eingangszonen ergänzen die Maßnahmen dort, wo eine rasche Bepflanzung nicht möglich ist.

Eine wichtige, aber oft unterschätzte Maßnahme ist die Wahl der Bodenbeläge. Helle oder wassergebundene Beläge erhitzen sich weniger stark als dunkler Asphalt. Naturnahe, wasserdurchlässige Oberflächen auf Wegen, Parkplätzen und Außenbereichen mindern zudem das Überschwemmungsrisiko erheblich.

Regenwassermanagement: Vom Problem zur Ressource

Versiegelte Flächen lassen Regenwasser schnell abfließen – und dabei Kanalnetze überlasten. Ein modernes Regenwassermanagement kehrt diesen Ansatz um: Statt Wasser möglichst schnell loszuwerden, wird es dort gehalten, wo es fällt, gesammelt oder verzögert abgegeben.

Konkrete Maßnahmen umfassen Zisternen und Regenwasserspeicher zur Bewässerung von Rasenflächen, versickerungsfähige Beläge auf Parkplätzen und Zugangswegen, Mulden und Gräben zur kontrollierten Versickerung sowie Retentionsflächen, die Wasser bei Starkregen temporär aufnehmen. Viele dieser Lösungen sind im Rahmen von Sanierungen oder Neubauten mit vergleichsweise geringem Mehraufwand umsetzbar.

Hitze und Gesundheit: Schutz für Sportler:innen

Nicht nur die Infrastruktur, auch der Sportbetrieb selbst muss an veränderte klimatische Bedingungen angepasst werden. Trainingszeiten sollten an Hitzetagen in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegt werden. Trinkwasserstellen auf dem Vereinsgelände, ausreichend schattige Aufenthaltsbereiche und klare Hitzeschutzregeln in der Trainingsplanung sind einfache, aber effektive Schritte.

Vereine, die Kinder und Jugendliche betreuen, tragen hier eine besondere Verantwortung. Ein vereinsinterner Hitzeschutzplan, der klar definiert, ab welchen Temperaturen Trainings angepasst oder abgebrochen werden, schützt vor allem jene, die sich selbst noch nicht gut einschätzen können.

 Von der Sanierung zum Klimacheck

Klimaanpassung muss kein großes Investitionsprojekt sein. Viele Maßnahmen lassen sich schrittweise und mit überschaubarem Aufwand umsetzen – entscheidend ist, sie systematisch anzugehen. Ein guter Einstieg ist ein Klimacheck des eigenen Vereinsgeländes: Wo entstehen Hitzestaus? Wo versickert Regenwasser schlecht? Welche Flächen könnten begrünt werden? Wo fehlen Schattenbereiche?

Das österreichische Programm „Klimafitte Sportstätten” bietet Vereinen und Verbänden kostenlose Beratung genau für diesen Einstieg. Gemeinsam mit Fachleuten werden Schwachstellen identifiziert und konkrete Maßnahmen entwickelt – abgestimmt auf die Größe und die Möglichkeiten des jeweiligen Vereins.

Zukunftssicher investieren

Wer heute in Klimaanpassung investiert, schützt nicht nur seine Anlage, sondern auch den laufenden Betrieb. Überschwemmungsschäden, Platzsperren und Komfortverluste kosten Mitglieder, Geld und Motivation. Eine klimaresistente Sportstätte hingegen ist ein Argument für neue Mitglieder, für Kooperationen mit Schulen und Gemeinden und für eine glaubwürdige Nachhaltigkeitsstrategie.

Der Klimawandel wartet nicht – aber Vereine müssen auch nicht warten, bis die nächste Hitzewelle oder der nächste Starkregen den Spielbetrieb lahmlegt. Wer jetzt plant, handelt nicht reaktiv, sondern mit Weitblick.

Quellen: 

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