Sport für alle: So gelingt soziale Nachhaltigkeit auf dem Spielfeld
Nachhaltigkeit im Sport wird oft mit Umweltschutz gleichgesetzt – dabei ist sie weit mehr als CO₂-Reduktion und Recycling. Wirklich nachhaltiger Sport denkt auch an die Menschen: an Fairness, Chancengleichheit, Teilhabe und Respekt. Soziale Nachhaltigkeit bedeutet, dass der Zugang zum Sport für alle möglich ist – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Alter, Einkommen oder körperlichen Voraussetzungen. Der Sport kann ein Motor für sozialen Zusammenhalt sein – wenn er inklusiv und gerecht gestaltet wird.
Was bedeutet soziale Nachhaltigkeit im Sport?
Soziale Nachhaltigkeit im Sport bedeutet:
- Barrierefreiheit und Inklusion
- Gleichstellung der Geschlechter
- Kulturelle Vielfalt und Antidiskriminierung
- Chancengleichheit – auch unabhängig vom Geldbeutel
- Teilhabemöglichkeiten für alle Altersgruppen
Das Ziel: Niemand soll aufgrund seiner Lebensrealität vom Sport ausgeschlossen sein.
Inklusion leben: Sport für Menschen mit Behinderungen
Ein zentraler Aspekt sozialer Nachhaltigkeit ist die Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Viele Sportvereine setzen hier bereits wichtige Schritte:
- Barrierefreie Sportanlagen: Rampen, behindertengerechte Duschen, taktile Leitsysteme
- Spezielle Trainingsangebote: Rollstuhlbasketball, Blindenfußball, integrative Fitnessgruppen
- Ausbildung von Inklusionstrainer:innen: Sensibilisierung und Know-how im Umgang mit Vielfalt
- Gelebte Teilhabe: Unified Teams, gemeinsame Wettkämpfe und Veranstaltungen mit Menschen mit und ohne Behinderungen
Best-Practice-Beispiel: Das Unified Floorball Team von Special Olympics Österreich vereint Athlet:innen mit und ohne intellektuelle Beeinträchtigung, die gemeinsam trainieren und an internationalen Wettbewerben teilnehmen. Durch regelmäßige Trainings und Turniere fördert das Team nicht nur sportliche Leistungen, sondern auch Inklusion, Teamgeist und gegenseitigen Respekt. (https://specialolympics.at/floorball/)
Chancengleichheit: Sport unabhängig vom sozialen Status
Sport ist nicht für alle gleich zugänglich – gerade Kinder aus einkommensschwachen Familien sind oft benachteiligt. Sozial nachhaltiger Sport schafft hier Lösungen:
- Kostenfreie oder stark reduzierte Mitgliedsbeiträge
- Förderprogramme für Sportbekleidung und Ausrüstung
- Zusammenarbeit mit Schulen, Sozialträgern und Gemeinden
- Offene Bewegungsräume ohne Vereinsbindung (z. B. Bolzplätze, Bewegungsparks)
Einige Vereine arbeiten mit „Sportpatenschaften“: Wer es sich leisten kann, übernimmt symbolisch den Beitrag für ein anderes Kind.
Vielfalt statt Diskriminierung
Sport soll verbinden – aber Diskriminierung passiert auch hier. Ob aufgrund von Herkunft, Hautfarbe, Religion oder sexueller Orientierung – soziale Nachhaltigkeit heißt auch, sich aktiv gegen Ausgrenzung zu positionieren:
- Antirassismus-Kampagnen und Diversitätsleitbilder
- Safe Spaces für queere Menschen im Sport
- Workshops zu Vorurteilen und respektvollem Miteinander
- Gleichstellung im Vorstand, Trainer:innen-Team und auf dem Spielfeld
Initiativen wie FairPlay zeigen, wie glaubwürdiges Engagement aussieht. (https://www.fairplay.or.at)
Frauen und Mädchen im Sport stärken
Gleichstellung ist ein weiterer Pfeiler sozialer Nachhaltigkeit. Obwohl Mädchen und Frauen sportlich längst auf Augenhöhe sind, kämpfen sie vielerorts noch um Sichtbarkeit, Anerkennung und gleiche Bezahlung. Was hilft:
- Mehr weibliche Vorbilder in Medien und Vereinskommunikation
- Gezielte Förderung und eigene Sportangebote
- Gleichberechtigte Nutzungszeiten in Hallen und auf Plätzen
- Aufstiegsmöglichkeiten in Führungs- und Trainer:innenpositionen
Mit Förderprogrammen, wie dem Gender Traineeprogramm wird ein Zeichen gesetzt, um Frauen im Sport eine starke Perspektive zu geben und sie nachhaltig als Trainerinnen, Managerinnen und Funktionärinnen im Sport zu positionieren. (https://www.bmwkms.gv.at/themen/sport/gleichstellung/gendertrainee.html)
Sozial nachhaltige Events & Angebote
Auch Sportveranstaltungen können sozial inklusiver gestaltet werden:
- Kostenfreie Eintritte für bestimmte Zielgruppen (z. B. Kinder, Geflüchtete)
- Mehrsprachige Informationen
- Kinderbetreuung vor Ort
- Gemeinsames Essen und Begegnung auf Augenhöhe
So wird der Sport zu einem Ort des Austauschs und der Integration.
Fazit: Sport kann mehr als nur fit machen
Soziale Nachhaltigkeit im Sport bedeutet, dass alle Menschen die gleichen Möglichkeiten haben, sich zu bewegen, dazuzugehören und zu wachsen – unabhängig von ihren Voraussetzungen. Inklusion ist kein Bonus, sondern Grundbedingung für einen zukunftsfähigen Sport. Wer den Sport wirklich nachhaltig gestalten will, muss nicht nur auf das Klima achten, sondern auch auf das Miteinander.

